| Datum: | 03.01.2006 |
| Beschreibung: | Die Küche als Gefahrenherd Nummer Eins |
|
Kinder spielen bei schlechtem Wetter gern in der Wohnung. Dabei verunglücken sie mit Abstand am häufigsten in der Küche. Welches sind die Gefahren, auf die Eltern besonders achten sollten? Die Küche als Gefahrenherd Nummer EinsDie Küche steckt für Kinder voller faszinierender Spielplätze und -gegenstände. Eltern von Kindern unter zehn Jahren sollten einige Grundregeln beachten, um Schaden für die Gesundheit ihrer Kinder abzuwenden. Die größte Gefahr in der Küche geht naturgemäß vom Herd aus. Seiner Sicherung sollte man deshalb besondere Aufmerksamkeit schenken. Aber es gibt eine Reihe weiterer neuralgischer Punkte. Das Wichtigste: Das Kochfeld muss mit einem Herdschutzgitter gegen das Herunterziehen der Töpfe gesichert, die Griffe und Stiele von Töpfen und Pfannen nach hinten gedreht werden. Wenn möglich, sollten nur die hinteren Kochfelder benutzt werden. Aus den Augen, aus dem SinnDie beste Vorbeugung gegen Verletzungen ist hier das sofortige Wegräumen gefährlicher Geräte und Küchenwerkzeuge an unerreichbare Plätze. Das betrifft vor allem scharfe Messer, die zum Beispiel im Nischenschrank oder in einer gesicherten Schublade gelagert werden sollten. Elektrische Kleingeräte wie Toaster und Kaffeemaschinen sollten am besten in einem verschlossenen Schrank Platz finden. Putzmittel wegschließen60.000 ärztlich behandelte Vergiftungen pro Jahr sind ein Alarmzeichen für zu sorglosen Umgang mit Haushalts-Chemikalien. Zum Schutz dienen abschließbare Putzmittelkörbe unter der Spüle oder eine abschließbare Tür am Spülunterschrank. Der Sicherheit von Kindern dient es auch, stets Haushaltsreiniger mit kindersicheren Verschlüssen zu kaufen und niemals Reinigungsflüssigkeiten in Getränkeflaschen umzufüllen. Gefährlicher ErlebnishungerAuch Dinge, von denen augenscheinlich kein Risiko ausgeht, können für Kinder zur gesundheitlichen Gefahr werden. So sind die Geschmacksnerven von Kindern noch nicht voll ausgebildet. Unter Umständen nehmen sie Dinge ohne Widerwillen in den Mund oder essen sie, bei denen sich ein Erwachsener überwinden müsste. Alkohol führt bei Kindern schon in geringste Mengen zu Vergiftungen führen. Daher niemals Flaschen mit Alkohol in der Küche stehen lassen. Auch verdorbene Lebensmittel wie angeschimmeltes Brot verschwinden gern in Kindermündern. Ihr Verzehr ist mit erheblichen Risiken verbunden. Beliebter AbenteuerspielplatzDie Küche übt auf Kinder eine ungeheure Faszination aus und wird schnell zum gefahrvollen Abenteuerspielplatz umfunktioniert. So ereignen sich immer wieder tödliche Unfälle, weil ein Kind beim Versteckspielen in eine Kühltruhe, einen Einbau- oder Kühlschrank kriecht und die ins Schloss gefallene Tür von innen nicht mehr entriegeln kann. Solche „Fallen“ sollten daher unbedingt mit zusätzlichen Außenverriegelungen gesichert werden. Auch das Spielen mit Wasser birgt Gefahren – wenn es zu heiß ist. Thermostat-Mischbatterien sollten daher immer auf eine Temperatur von 50 Grad Celsius eingestellt werden. Es kann auch helfen, den Tisch möglichst sofort abzuräumen und vor allem keine Gefäße mit heißen Flüssigkeiten darauf stehen lassen. Vorsicht Erstickungsgefahr!Für Kinder sind Plastik-Einkaufstüten unwiderstehlich. Als Mütze über den Kopf gestülpt können sie allerdings zur Erstickung führen. Plastik-Einkaufstüten dürfen daher nach dem Einkauf nicht achtlos liegen gelassen werden. Elke Pohl | |